Bochums Stadtwappen

Bochum

Die Stadt Bochum liegt in dem Bundesland Nordrhein-Westfalen und hat ihren Regierungsbezirk in Arnsberg. Die kreisfreie Stadt hat eine Größe von 145,4 km², eine Einwohnerzahl von mehr als 381.000 und hat eine Bevölkerungsdichte von 2.624 Einwohnern je km². Die Stadt ist somit eines der vier Oberzentren des Ruhrgebiets. Sie ist mit ihrer Einwohnerzahl die sechstgrößte Stadt des Landes und die zweitgrößte in Westfalen. Bochum besteht aus 6 Stadtbezirken, die in „statistische Bezirke“ unterteilt sind. Die meisten Bezirke waren früher selbstständige Gemeinden, die in der Geschichte durch Eingemeindung ihre Selbstständigkeit verloren. Die Stadtbezirke sind Mitte, Wattenscheid, Nord, Ost, Süd und Südwest.

Sechs Hochschulen befinden sich in Bochum. Eine der Hochschulen ist die Ruhr-Universität, die mit über 30.000 Studierenden eine der größten Universitäten in ganz Deutschland ist. Nach dem Ende des Bergbaus entwickelte sich die Stadt zu einer Dienstleistungsmetropole. Die Städte Herne, Dortmund, Castrop-Rauxel, Essen, Gelsenkirchen, Witten und Hattingen grenzen als Nachbargemeinden an die Stadt Bochum an. Die bekanntesten Gewässer in der Stadt sind die Ruhr und der Ölbach.

Die Geschichte der Stadt Bochum

Durch archäologische Funde ist eine sesshafte Besiedlung des heutigen Stadtgebiets in der späten Jungsteinzeit im Bereich des Ölbachs bestätigt. Die erste Nennung dieses Ortes war 890. Jedoch wurde die Stadt 1041 das erste Mal in einem Dokument der Kölner Erzbischöfe unter dem Namen Cofbuokheim urkundlich erwähnt. Im Jahre 1321 wurden der Stadt durch den Grafen Engelbert II. die Stadtrechte verliehen. Die Stadt gehörte bis 1806 zur preußischen Grafschaft Mark an. Die nächsten sieben Jahre gehörte Bochum zu dem Ruhrdepartement des Großherzogtums Berg, danach vorübergehend dem preußischen Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein. Zu Preußen und somit der Provinz Westfalen zugeordnet wird die Stadt im Jahre 1815. Zwei Jahre später wurde die Stadt Bochum Sitz eines Landkreises, aus dem sie 1876 wieder ausschied und zur kreisfreien Stadt wurde. Komplett aufgelöst wurde der Kreis Bochum erst 1929. Als der Übergang begann im Jahre 1832 vom Tagebau zum Untertagebau kam die Blütezeit des Bochumer Bergbaus. Fünf Jahre später wurden die Grundlagen für die Schwerindustrie geschaffen.

Die Einwohnerzahl überschritt 1905 die Grenze von 100.000 Einwohnern und wurde somit zur Großstadt. In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 kam es auch in Bochum zu Ausschreitungen gegen die jüdischen Mitbürger. In dieser Nacht wurden die ersten Juden in die Konzentrationslager gebracht. Es sind von etwa 500 Juden der Name bekannt, die in den folgenden Jahren ums Leben kamen. Darunter sind 19 Kinder bekannt, die unter 16 Jahre alt waren. Eine Frau aus Bochum, die jüdische Volksschullehrerin Else Hirsch, begann 1938 mit der Organisation von zehn Kindertransporten in die Niederlande und nach Großbritannien, um jüdische Jugendliche und vor allem Kinder zu retten. Die Stadt wurde während des zweiten Weltkriegs zu 38 % durch Bombenangriffe zerstört. Nach Ende des zweiten Weltkrieges gehörte die Stadt Bochum zur Britischen Besatzungszone. Es wurden von der britischen Militärverwaltung zwei DP-Lager in Bochum errichtet, in der so genannte Displaced Persons untergebracht wurden. Die meisten von ihnen waren ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen.

Bochum entwickelte sich in der Nachkriegszeit zu einem kulturellen Zentrum des Ruhrgebiets. Im Jahre 1962 wurde auf dem ehemaligen Zechengelände der Zeche Dannenbaum die Adam Opel AG eröffnet, welche eine Tochter von General Motors ist. In den Stadtteilen Laer und Langendreer wurden die drei Opelwerke eröffnet, die für den Strukturwandel im Ruhrgebiet als Symbol wurden. Die letzte Bochumer Zeche, die Zeche Hannover, wurde 1973 geschlossen. Sechs Jahre danach wurde die erste Stadtbahn-Strecke und das Ruhrstadion eröffnet. Seit dem Jahr 1919 ist Bochum Theater-, seit 1965 Universitäts- und seit 1988 auch Musical-Stadt. Sie wurde durch die deutschsprachige Musicalproduktion von „Starlight Express“ von Andrew Lloyd Webber am Stadionring zur Musical-Stadt. Die Städte Bochum, Herne, Hattingen und Witten schlossen sich 1993 zur Region Mittleres Ruhrgebiet zusammen. Im Jahre 2005 erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Synagoge der jüdischen Gemeinde Bochum – Herne – Hattingen.

Sehenswürdigkeiten in Bochum

In Bochum gibt es über 20 verschiedene Theaterspielstätten wie zum Beispiel das Constantin Musik Theater, die Comödie Bochum, der Zauberkasten, das Deutsche Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst, die Freilichtbühne Wattenscheid, das Schauspielhaus Bochum und die Jahrhunderthalle. Das bekannteste Musik-Theater-Stück ist das seit 1988 als Publikumsmagnet das Musical „Starlight Express“. Einige Museen der über zwölf Museen in Bochum sind beispielsweise das Telefonmuseum, das deutsche Bergbaumuseum, das Eisenbahnmuseum Dahlhausen, das Bauernhausmuseum, das Kunstsammlungen- und Antikenmuseum der Ruhr-Universität, das Schulmuseum und das Brauereimuseum Fiege.

Sehenswürdige Bauwerke in Bochum sind unter anderem das Rathaus, die Propsteikirche St. Peter und Paul, die Pauluskirche Bochum, die Christuskirche Bochum, das Mahnmal des Friedens, die Marienkirche, die Sternwarte Bochum, das Zeiss Planetarium Bochum, die Jahrhunderthalle, das Kuhhirten-Denkmal, die Stiepeler Dorfkirche, das Rewirpower Stadion und der Ruhr-Park.

Die in Bochum stattfindenden regelmäßigen Veranstaltungen sind zum Beispiel die Bochumer Orgeltage, das Figurentheater der Nationen, das Maiabendfest, das Sommerfest „Rubissimo“ der Ruhr-Universität, das Bochum Total, das Ruhrgebiets-Amateurtheatertreffen, die Kemnade international, das VfL for fun, der Oktobermarkt, der Weihnachtsmarkt, die Kinder- und Jugendtheatertage, die Bochumer Bachtage, der Ruhrgebiets-Antiquariatstag, das Open Flair und das Bochum kulinarisch.